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Stand: Oktober 2026

Wie überbrückt man ein Auto richtig?

Eine leere Autobatterie lässt sich in den meisten Fällen mit einem Starthilfekabel und einem geeigneten Spenderfahrzeug überbrücken. Entscheidend sind die richtige Reihenfolge beim Anklemmen und die Spannung beider Batterien. Die Autoglas-Fachleute von Carglass® erklären, wie das Autoüberbrücken funktioniert – und was Autofahrerinnen und Autofahrer dabei beachten müssen. 

Warum ist die Autobatterie leer – und wann hilft Starthilfe?

Am häufigsten ist ein Verbraucher wie Licht oder Radio versehentlich eingeschaltet geblieben. Im abgestellten Fahrzeug liefert die Lichtmaschine keine Energie – die Batterie übernimmt, bis ihr Vorrat erschöpft ist. 
 
Weitere häufige Ursachen: 
  • Kriechströme durch defekte Elektrik, die die Batterie unbemerkt entleeren 
  • Nachtfrost, der ältere Batterien belastet und ihre Kapazität reduziert 
  • Lange Standzeiten, bei denen dauerhaft aktive Verbraucher wie die Alarmanlage die Batterie leeren 
  • Sulfatierung durch wiederholte Kurzstreckenfahrten: Die Lichtmaschine lädt die Batterie dabei nicht vollständig nach 
  • Defekte Lichtmaschine, die die Batterie während der Fahrt nicht mehr lädt 

 
Starthilfe hilft bei einer tiefentladenen oder kurzzeitig leeren Batterie. Ist die Batterie dauerhaft defekt, überbrückt das zwar kurzfristig – ein Batteriewechsel ist dann aber unvermeidlich. 

Starthilfekabel richtig anklemmen: Spannung und Voraussetzungen prüfen

Bevor das Starthilfekabel angeschlossen wird, prüfen Sie bitte, ob beide Batterien dieselbe Spannung haben. Moderne Pkw nutzen fast ausnahmslos 12-Volt-Batterien. Manche Oldtimer sowie meistens Lkw weichen davon ab und sind als Spender ungeeignet. 

Fahrzeugtyp

Batteriespannung

Als Spender geeignet? 

Moderner Pkw 

12 Volt 

Ja 

Oldtimer (je nach Baujahr) 

6 Volt 

Nein

Lkw

24 Volt 

Nein

Elektroauto (12V-Hilfsbatterie) 

12 Volt 

Bedingt – Handbuch prüfen 

Bei Elektro- und Hybridfahrzeugen schauen Sie bitte unbedingt in das Fahrzeughandbuch. Viele Hersteller empfehlen, keine Starthilfe über das Hochvoltsystem zu geben. Die 12-Volt-Hilfsbatterie im Elektroauto kann jedoch in der Regel Starthilfe empfangen. 
 
Das Starthilfekabel sollte mindestens 3 bis 5 Meter lang sein. Für Fahrzeuge mit großen Motoren empfiehlt VARTA Automotive einen Kabelquerschnitt von mindestens 25 mm² (VARTA Automotive Batteries, „Wie man richtig Starthilfe gibt", Wissen / Artikel, varta-automotive.com). 
 

Wie überbrückt man ein Auto Schritt für Schritt?

Die richtige Reihenfolge beim Anklemmen ist entscheidend. Falsch angeschlossene Kabel können Kurzschlüsse verursachen und die Fahrzeugelektronik beschädigen. 

  1. 1.

    Fahrzeuge positionieren: nebeneinander oder mit den Motorhauben zueinander stellen, sodass das Kabel beide Batterien erreicht. Die Fahrzeuge dürfen sich nicht berühren. Das Spenderfahrzeug ausschalten. 

  2. 2.

    Rotes Kabel an den Pluspol (+) der vollen Batterie anschließen (rote Kappe oder „+"-Symbol). 

  3. 3.

    Das andere Ende des roten Kabels an den Pluspol (+) der leeren Batterie anschließen. 

  4. 4.

    Schwarzes Kabel an den Minuspol (−) der vollen Batterie anschließen (schwarze oder blaue Kappe). 

  5. 5.

    Das andere Ende des schwarzen Kabels nicht an den Minuspol der leeren Batterie klemmen. Stattdessen an eine blanke Metallstelle am Motorblock des Pannenautos – das reduziert das Funkenrisiko nahe der Batterie. 

  6. 6.

    Spenderfahrzeug starten.  

  7. 7.

    Alle Verbraucher im Pannenfahrzeug ausschalten (Lüftung, Radio, Licht). Dann Startversuch – maximal 15 Sekunden (ADAC-Empfehlung). Bei Misserfolg kurz warten und erneut versuchen. 

  8. 8.

    Nach erfolgreichem Start beide Fahrzeuge noch etwa 3–5 Minuten verbunden laufen lassen. 

  9. 9.

    Vor dem Abklemmen einen Verbraucher einschalten (z. B. Gebläse), um Spannungsspitzen zu dämpfen. 

  10. 10.

    Kabel in umgekehrter Reihenfolge abnehmen: zuerst schwarzes Kabel am Spenderfahrzeug, dann am Pannenfahrzeug, dann rotes Kabel. 

  11. 11.

    Verbraucher ausschalten. Das Fahrzeug nicht sofort abstellen – eine Überlandfahrt von mindestens 30 Minuten lädt die Batterie über die Lichtmaschine wieder nach. 

Auto überbrücken ohne zweites Fahrzeug: Starthilfegerät als Alternative

Wer allein unterwegs ist oder kein Spenderfahrzeug findet, kann ein portables Starthilfegerät (auch Jump Starter oder Lithium-Booster genannt) verwenden. Diese kompakten Geräte liefern genug Strom für einen Startvorgang – ohne zweites Auto. 

Was tun, wenn die Autobatterie nach dem Überbrücken immer wieder leer ist?

Wer das eigene Auto regelmäßig überbrücken muss, sollte die Ursache prüfen lassen. Eine Batterie, die trotz ausreichender Fahrstrecken immer wieder tiefentladen ist, ist meist am Ende ihrer Lebensdauer. Pkw-Batterien haben eine durchschnittliche Lebensdauer von vier bis acht Jahren – danach nimmt die Kapazität deutlich ab. 
 
Mögliche Ursachen für wiederkehrende Startprobleme: 
 
  • Alte oder defekte Batterie: Kapazität zu gering, auch wenn sie sich nach dem Überbrücken kurzzeitig erholt 
  • Defekte Lichtmaschine: Batterie wird während der Fahrt nicht oder unzureichend geladen 
  • Dauerhafter Kriechstrom: Kurzschluss oder Fehler in der Fahrzeugelektrik 

 
Zusammenfassend gilt: Wer sein Auto öfter als zwei- bis dreimal pro Jahr überbrücken muss, sollte Batterie und Lichtmaschine in einer Fachwerkstatt prüfen lassen. Das Überbrücken ist eine Soforthilfe – kein dauerhafter Ersatz für eine intakte Batterie.