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Stand: Oktober 2026 

Was tun, wenn die Heckscheibe kaputt ist?

Ist die Heckscheibe kaputt, entfernen Sie vorsichtig lose Splitter, decken die Öffnung ab und lassen die Scheibe möglichst bald austauschen. Eine Reparatur ist bei Heckscheiben in der Regel nicht möglich, weil das Glas beim Bruch vollständig zerfällt. Die Autoglas-Fachleute von Carglass® erklären, was bis zur Werkstatt zu tun ist, wer zahlt und wie der Austausch abläuft.

Kann eine kaputte Heckscheibe repariert werden?

Nein – eine kaputte Heckscheibe wird ausgetauscht, nicht repariert. Der Grund liegt im Material: Heckscheiben bestehen bei den meisten Fahrzeugen aus Einscheibensicherheitsglas (ESG). ESG ist eine einzelne Glasscheibe, die beim Herstellen stark erhitzt und dann schnell abgekühlt wird. Dadurch steht das Glas unter Spannung. Bricht es, zerfällt die gesamte Scheibe sofort in viele kleine Krümel. Dieses Bruchbild ist gewollt, weil das Risiko für Schnittverletzungen so gering bleibt. Eine Reparatur ist aber dadurch nicht mehr möglich – ein Schaden ist nie auf eine Stelle begrenzt. 
Mit dem Glas geht auch die Heckscheibenheizung verloren: Bei vielen Fahrzeugmodellen sind die Heizdrähte fest ins Glas eingebrannt. Sie halten die Scheibe frei von Beschlag und tauen im Winter Eis ab. Die Ersatzscheibe muss diese Funktion deshalb mitbringen – achten Sie auch deshalb auf Originalqualität. 
 
Zu Bruch geht eine Heckscheibe meist durch größere Einwirkungen: 
 
  • Unfälle 
  • Einbruch oder Einbruchversuche 
  • mutwillige Zerstörung (Vandalismus) 
  • herabfallende Gegenstände, zum Beispiel Äste 

Kaputte Heckscheibe: Erste Maßnahmen bis zur Werkstatt

Drei Schritte sind bei defekter Heckscheibe hilfreich:   

  1. 1.

    Lose Splitter entfernen. Entfernen Sie die restlichen Splitter vorsichtig, am besten mit Handschuhen. Das verhindert, dass sich Scherben während der Fahrt lösen. 

  2. 2.

    Öffnung abdecken. Decken Sie die Öffnung am Heck mit einer durchsichtigen Folie ab, damit keine Feuchtigkeit eindringt. Kleben Sie die Folie gut an der Karosserie fest, damit sie sich während der Fahrt nicht lösen kann. 

  3. 3.

    Werkstatt umgehend aufsuchen. Eine intakte Heckscheibe ist wichtig für Fahrkomfort und Sicherheit. 

Wichtig ist die Sicht nach hinten. Die Fahrt zur Werkstatt ist in der Regel möglich, wenn Sie den Verkehr hinter dem Fahrzeug beobachten können. Grundlage sind zwei Vorschriften der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) und der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO). Wer ein Fahrzeug führt, muss dafür sorgen, dass der Fahrzeugzustand die Sicht nicht beeinträchtigt (§ 23 Abs. 1 StVO, gesetze-im-internet.de). Spiegel müssen so angebracht sein, dass alle wesentlichen Verkehrsvorgänge nach rückwärts erkennbar bleiben (§ 56 Abs. 1 StVZO, gesetze-im-internet.de). Ist die Heckscheibe abgedeckt, übernehmen die beiden Außenspiegel diese Aufgabe. Fahren Sie vorsichtig und nur die nötige Strecke. 

Zahlt die Versicherung eine neue Heckscheibe?

Eine Teilkaskoversicherung zahlt in der Regel den Ersatz einer kaputten Heckscheibe. Nach den Musterbedingungen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) sind Bruchschäden an der Verglasung versichert. Die Heckscheibe ist dort ausdrücklich genannt (GDV, „Allgemeine Bedingungen für die Kfz-Versicherung AKB 2015", gdv.de). Die Musterbedingungen unterscheiden dabei nicht nach der Ursache des Bruchs. Nicht versichert sind Folgeschäden, etwa durch Wasser, das durch die offene Scheibe eindringt. Die Musterbedingungen sind unverbindlich, abweichende Vereinbarungen sind möglich. Maßgeblich sind daher immer die Bedingungen des eigenen Vertrags. 
 
Eine Vollkaskoversicherung schließt die Leistungen der Teilkasko ein. Sie deckt zusätzlich Unfallschäden und mutwillige Beschädigungen am übrigen Fahrzeug ab, etwa an Karosserie oder Innenraum nach einem Einbruch. In beiden Kaskoarten wird eine vereinbarte Selbstbeteiligung von der Erstattung abgezogen. 
Wer nur eine Kfz-Haftpflichtversicherung hat, zahlt den der Ersatz der Heckscheibe selbst. Die Haftpflicht deckt ausschließlich Schäden, die anderen zugefügt werden. 

So läuft der Austausch der Heckscheibe ab

Das Wechseln einer Heckscheibe erfordert Fachwissen und Spezialwerkzeug und gehört deshalb in eine Fachwerkstatt. Der Ablauf hat drei Schritte:  
 
  • Zuerst werden die Reste der kaputten Scheibe entfernt. Wie das geschieht, hängt von der Befestigung ab. Bei neueren Fahrzeugen ist die Heckscheibe in die Karosserie eingeklebt. Bei älteren Fahrzeugen sitzt sie in einem Gummiprofil oder ist seltener verschraubt.  
  • Nachdem alle Reste entfernt sind, wird der Rahmen gereinigt.  
  • Zum Schluss wird die neue Scheibe eingesetzt. 

 
Die neue Scheibe muss exakt zum Fahrzeug passen. Heizdrähte und bei manchen Modellen auch die Radioantenne sitzen im Glas. Die Ersatzscheibe muss diese Funktionen mitbringen, damit Heizung und Antenne nach dem Einbau wieder arbeiten. 
 
Bei Carglass® wird die kaputte Heckscheibe fachgerecht entfernt, der Rahmen gereinigt und die zum Fahrzeug passende Scheibe (Originalqualität) eingebaut. Der Austausch erfolgt in der Regel innerhalb von 24 Stunden. Bietet der Hersteller für das Modell eine getönte Heckscheibe an, kann übrigens auch diese Variante beim Austausch eingesetzt werden. 
 
Zusammenfassend: Eine kaputte Heckscheibe ist ein Fall für den Austausch, nicht für die Reparatur. Bis zur Werkstatt zählen drei Dinge: Splitter vorsichtig entfernen, Öffnung abdecken und die Sicht nach hinten über die Außenspiegel sicherstellen. Die Kosten übernimmt wenn vorhanden in der Regel die Teilkasko abzüglich der vereinbarten Selbstbeteiligung.