- Startseite
- Ratgeber
- Winterfestes Auto
- Frostsprengung: Warum ist ein Steinschlag im Winter besonders gefährlich?
Stand: Oktober 2026
Frostsprengung: Warum ist ein Steinschlag im Winter besonders gefährlich?
Ein Steinschlag im Winter erfordert schnelles Handeln. Der Grund: Dringt Feuchtigkeit in die Schadstelle ein und gefriert, dehnt sich das Wasser aus und kann den Schaden vergrößern – bis hin zum Riss. Diese Effekte sind auch als Frostsprengung bekannt. Die Autoglas-Fachleute von Carglass® erklären, was dahintersteckt, welche Fehler Sie vermeiden sollten und wie Sie Ihren Steinschlag bis zur Reparatur schützen.
Was passiert, wenn Feuchtigkeit in einem Steinschlag gefriert?
Wasser, das in einen Steinschlag eindringt und dort gefriert, dehnt sich um etwa 9 Prozent aus. Dabei entsteht Druck in der ohnehin geschwächten Glasstruktur. Das Ergebnis: Der Schaden kann sich vergrößern, die Windschutzscheibe kann reißen.
Das Prinzip kennen viele aus dem Alltag: Eine vergessene Wasserflasche im Gefrierfach platzt, weil das gefrierende Wasser mehr Platz braucht. Genau dieser Effekt – die Frostsprengung – wirkt auch in einem Steinschlag. Windschutzscheiben bestehen aus Verbundsicherheitsglas (VSG), das ab Werk unter Eigenspannung steht. Ein Steinschlag bildet eine Schwachstelle in dieser Struktur. Kommt gefrierende Feuchtigkeit hinzu, wird diese Stelle zusätzlich belastet.
Wie entsteht durch Frost ein Riss in der Windschutzscheibe?
Besonders kritisch sind wiederholte Frost-Tau-Wechsel. Das Wasser im Steinschlag gefriert nachts, taut tagsüber auf, sickert tiefer in die Glasstruktur – und gefriert in der nächsten Nacht erneut. Mit jedem Zyklus kann sich der Schaden ein Stück weiter ausbreiten. Der wiederholte Druck durch gefrierendes Wasser kann aus einem kleinen Steinschlag innerhalb weniger Tage einen langen Riss machen – den sogenannten Kälteriss.
Welche Steinschlag-Belastungen kommen im Winter hinzu?
Neben der Frostsprengung setzen weitere winterliche Faktoren der Windschutzscheibe zu. Temperaturunterschiede zwischen kalter Außenluft und warmer Luft im Fahrzeuginneren erzeugen Spannungen im Glas. Liegt ein Steinschlag vor, konzentrieren sich diese Spannungen an der beschädigten Stelle und können zum Reißen der Scheibe führen (Thermoschock).
Hinzu kommen mechanische Belastungen: Schlaglöcher, Fahrbahnunebenheiten und Erschütterungen durch winterliche Straßenverhältnisse wirken auf die gesamte Karosserie – und damit auch auf die Windschutzscheibe. Zusammen mit gefrorener Feuchtigkeit im Schaden kann sich ein Riss schneller bilden.
Steinschlag bei Frost: Was Sie sofort tun sollten
Das Wichtigste bei einem Steinschlag im Winter: Verhindern Sie, dass Feuchtigkeit eindringt. Bis zur professionellen Reparatur können Sie den Schaden provisorisch schützen.
1.
Schadstelle abdecken: Kleben Sie bis zum Reparaturtermin ein Steinschlag-Pflaster oder einen transparenten Klebestreifen über den Schaden. Das empfiehlt auch der ADAC (adac.de, „Autoversicherung bei Steinschlag: Praxisratgeber zur Schadensregulierung", 2025). So bleibt Feuchtigkeit draußen und Schmutz kann nicht eindringen.
2.
Trockenen Parkplatz nutzen: Wenn möglich, parken Sie Ihr Auto witterungsgeschützt, zum Beispiel in der Garage.
3.
Extreme Temperaturwechsel vermeiden: Lassen Sie die Scheibe langsam erwärmen, um Spannungsspitzen zu reduzieren.
4.
Kein heißes Wasser: Gießen Sie niemals heißes Wasser auf eine vereiste Scheibe – schon gar nicht im Bereich eines Steinschlags. Denn dann droht die Scheibe durch durch den Thermoschock zu reißen.
5.
Schnell reparieren lassen: Je früher der Schaden behandelt wird, desto höher die Chance, dass er repariert werden kann – und Sie sich eine neue Scheibe sparen können. Bei Carglass® sind Reparaturen oft ganz kurzfristig möglich.
Wann kann ein Steinschlag noch repariert werden?
Eine Steinschlag-Reparatur ist in der Regel möglich, wenn der Schaden kleiner als eine 2-Euro-Münze ist, außerhalb des direkten Sichtfelds liegt und – entscheidend – trocken und sauber geblieben ist. Bei der Reparatur wird ein Spezialharz in den Schaden injiziert, das unter UV-Licht aushärtet und die Stabilität des Glases wiederherstellt.
Ist jedoch Feuchtigkeit tief in die Glasstruktur eingedrungen, kann das Harz nicht mehr richtig haften. Das Ergebnis können trübe Stellen sein. Oder die Reparatur gelingt nicht mehr, und dann ist ein Scheibentausch die einzige sichere Lösung. Auch wenn sich aus dem Steinschlag bereits ein Riss gebildet hat, ist in der Regel eine neue Scheibe fällig – mit Mehraufwand und -kosten.
Wichtig ist: Ein Steinschlag im Winter erfordert schnelles Handeln. Die Frostsprengung durch gefrierende Feuchtigkeit kann aus einem kleinen Schaden innerhalb kurzer Zeit einen Riss machen. Wer die Schadstelle sofort abdeckt und extreme Temperaturwechsel vermeidet, erhöht die Chance, dass eine kostengünstige Reparatur noch möglich ist.


