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Stand: Oktober 2026
Was sind Fahrerassistenzsysteme und wie funktionieren sie?
Fahrerassistenzsysteme unterstützen beim Fahren und können Unfälle verhindern. Seit Juli 2024 sind bestimmte Assistenten für alle Neuwagen in der EU Pflicht. Viele dieser Systeme nutzen eine Kamera hinter der Windschutzscheibe. Die Autoglas-Fachleute von Carglass® erklären, welche Systeme es gibt, wie sie funktionieren und was bei einem Scheibenaustausch zu beachten ist.
Welche Fahrerassistenszsysteme gibt es?
Zudem gibt es Fahrdynamik-Systeme wie das Antiblockiersystem (ABS) und das Elektronische Stabilitätsprogramm (ESP). Diese überwachen das Verhalten des Fahrzeugs selbst – etwa Raddrehzahlen oder Fahrzeugbewegungen. Das ESP ist seit November 2014 für alle Neuzulassungen in der EU vorgeschrieben.
Zu den verbreiteten Fahrerassistenzsystemen zählen:
- Abstandsradar: Hält automatisch den Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug
- Spurwechselassistent: Warnt vor Fahrzeugen im toten Winkel beim Spurwechsel
- Verkehrszeichenassistent: Erkennt Verkehrsschilder und zeigt sie im Display an
- Parkassistent: Unterstützt beim Ein- und Ausparken mit Sensoren oder Kameras
- Fernlichtassistent: Schaltet das Fernlicht automatisch ein und aus
- Nachtsichtassistent: Erkennt Personen und Tiere bei Dunkelheit per Infrarot
- Reifendrucküberwachung: Warnt bei zu niedrigem Reifendruck (seit 2014 Pflicht)
- Regen-Lichtsensor: Schaltet die Wischer ein, wenn es regnet
Welche Fahrerassistenzsysteme (ADAS) sind seit 2024 Pflicht?
Die EU-Verordnung 2019/2144 – auch General Safety Regulation (GSR) genannt – schreibt seit dem 7. Juli 2024 mehrere Fahrerassistenzsysteme für alle neu zugelassenen Pkw verbindlich vor. Diese Systeme lassen sich nicht dauerhaft deaktivieren. Dazu gehören zum Beispiel die folgenden:
(Quelle: BMV, „Neue Fahrzeugsicherheitssysteme", Straßenverkehr, bmv.de)
Zusätzlich schreibt die GSR weitere Sicherheitsausstattungen vor: das Notbremslicht (signalisiert Vollbremsungen), ein Unfalldatenspeicher sowie eine Schnittstelle für Alkohol-Wegfahrsperren. (Quelle: EU-Verordnung 2019/2144, Bundesministerium für Verkehr)
Wie funktioniert die Frontkamera in der Windschutzscheibe?
Viele Fahrerassistenzsysteme beziehen ihre Informationen über eine Frontkamera, die hinter der Windschutzscheibe im Bereich des Innenspiegels sitzt. Diese Kamera erfasst kontinuierlich das Verkehrsgeschehen: Fahrspuren, Verkehrszeichen, vorausfahrende Fahrzeuge sowie Fußgänger und Radfahrer. Ein Steuergerät wertet die Bilddaten in Echtzeit aus.
Bei vielen Fahrzeugen arbeitet die Kamera mit weiteren Sensoren zusammen: Radarsensoren messen Abstände und Geschwindigkeiten präzise, Ultraschallsensoren erfassen das nahe Umfeld beim Einparken. Diese Kombination verschiedener Sensoren macht die Systeme zuverlässiger.
Moderne Windschutzscheiben enthalten oft weitere Technologien: Regen- und Lichtsensoren für die automatische Scheibenwischer- und Lichtsteuerung, Heizelemente gegen Beschlag sowie Antennen für Radio, Navigation oder Mauterfassung.
Unfallvermeidung durch Fahrerassistenzsysteme
Fahrerassistenzsysteme können die Unfallzahlen deutlich senken. Nach Berechnungen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hat der Notbremsassistent das Potenzial, Pkw-Unfälle mit Drittschäden um 8 bis 9 Prozent zu reduzieren – das entspricht mehr als 200.000 Unfällen weniger pro Jahr, sobald alle Fahrzeuge damit ausgestattet sind (GDV, „Assistenzsystem-Pflicht für alle Neuwagen: Versicherer rechnen mit weniger Schäden, aber teureren Reparaturen", Medieninformationen, gdv.de).
Die EU-Kommission rechnet damit, durch die Assistenzsystem-Pflicht bis 2038 mehr als 25.000 Verkehrstote und mindestens 140.000 Schwerverletzte in Europa zu vermeiden (Europäisches Parlament, „Verkehrstote in der EU: Statistiken und Infografik", Themen, europarl.europa.eu).
Warum ist die Kalibrierung nach einem Scheibenwechsel wichtig?
Wird die Windschutzscheibe ausgetauscht, muss die Ausrichtung der Kamera exakt überprüft werden (re-kalibriert). Schon minimale Abweichungen können dazu führen, dass Abstände falsch berechnet oder Fahrspuren nicht korrekt erkannt werden. Eine fehlerhafte Ausrichtung erhöht das Unfallrisiko.
Die Kalibrierung stellt sicher, dass die Kamera wieder präzise ausgerichtet ist. Es gibt zwei Verfahren:
1.
Die statische Kalibrierung wird in der Werkstatt über eine spezielle Kalibriertafel und ein entsprechendes Diagnosegerät durchgeführt.
2.
Die dynamische Kalibrierung erfolgt während einer Testfahrt.
Welches Verfahren nötig ist, hängt vom Fahrzeughersteller ab – manche Automodelle erfordern beide Methoden.
Die Autoglas-Fachleute von Carglass® führen die Kalibrierung von Fahrerassistenzsystemen (ADAS) fachgerecht nach Herstellervorgaben durch. Sie arbeiten mit herstellerkonformen Diagnosegeräten und dokumentieren die Kalibrierung für die Rechtssicherheit.
Grenzen der Fahrerassistenzsysteme
- Bei schlechter Sicht durch starken Regen, Nebel oder Schnee kann die Kamera Fahrspuren möglicherweise nicht sicher erfassen.
- Verschmutzte Sensoren können ungenaue Daten liefern.
- In Baustellen mit geänderten oder fehlenden Markierungen kann der Spurhalteassistent irritiert werden.
Das unterstreicht deutlich: Fahrerassistenzsysteme unterstützen – sie ersetzen aber nicht die Aufmerksamkeit der Fahrerin oder des Fahrers. Die Verantwortung bleibt beim Menschen.
Zusammenfassend: Fahrerassistenzsysteme spielen eine immer größere Rolle für die Fahrsicherheit. Viele Systeme sind bei Neuwagen schon Pflicht. Damit sie richtig funktionieren können, müssen sie exakt eingestellt sein. Bei einem Scheibenaustausch ist deshalb eine fachgerechte Re-Kalibrierung unverzichtbar.


